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Der Fall Deutsche Post AG

Ronny Roger • Mittwoch, 16. Dezember 2009 109 Uhr • Category: Home Sweet Home,Händel,Korrespondenz

Wo fange ich an? – Yut, chronologisch, erstmal die alte Geschichte.

            via FAX an 0228 182-9822

Deutsche Post AG
Beschwerdemanagement
Charles-de-Gaulle-Str. 20
53113 Bonn

29. Januar 2009

Vorsätzliche Beschädigung von Postsendungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

viele Jahre habe ich nun zugeschaut, beobachtet wie Ihre Mitarbeiter/innen sich gegenüber dem Kunden verhalten und vor allem wie sie mit denen ihnen anvertrauten Postsendungen umgehen.
Und tja, nun ist es einfach genug und Sie sollten wirklich endlich handeln. Denn vielen ihrer Mitarbeiter fehlt definitiv das für den Job nötige Verantwortungsbewusstsein, gewissermaßen Einfühlungsvermögen. Hier spielt es auch keinerlei Rolle ob der Geschäftskunde Empfänger, der Privatkunde Absender ist, oder umgekehrt oder eben sowohl als auch.

Aber ich möchte dieses Schreiben auf meinen persönlichen Fall bzw. hier nur auf die/den Postbotin/en beschränken, welcher – wie Sie genau wissen – kein Einzelfall ist:
Ich habe schon lange keine Lust mehr zusammengeknitterte Briefe sowie zusammengestauchte Umschläge in meinem Briefkasten vorzufinden!
Hier handelt es sich zweifelsohne um Sachbeschädigung und sofern sie dies nicht umgehend abstellen werde ich diese Angelegenheit in die Hände eines Juristen geben.

Denn es ist völlig unnötig irgend eine Postsache in unseren genormten und täglich geleerten Briefkasten zu stopfen, zu quetschen, zu drücken, weil dieser in der Regel wahrlich geräumig genug – ebenfalls für große und dicke Umschläge – ist. Klar ist es nicht besonders schlau durcheinander etwa zuerst Briefe, dann große Umschläge und erneut Briefe obendrauf einzuwerfen und sicherlich muss es schnell gehen, jedoch wird dadurch nicht unverantwortlicher Umgang mit fremden Eigentum, also teilweise wirklich wichtigen Dokumenten, gerechtfertigt.
Und das hört jetzt auf und zwar sofort. Bitte ermahnen bzw. schulen Sie Ihre Mitarbeiter entsprechend dieses destruktive und geschäftsschädigende Arbeitsweise ganz flux zu ändern.

Das gilt ebenfalls für an uns adressierte Warensendungen, welche nichts außerhalb des Briefkastens im Hausfoyer zu suchen haben und stattdessen bitte bei unserer Abwesenheit eben bei Nachbars mit entsprechender Notiz an uns abzugeben sind.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Darauf erhielt ich ein Standardbeschwichtigungsbriefchen, inklusive ein paar Paul-Gerhardt-55-Cent-Briefmarken und ließ die Angelegenheit folgend auf sich beruhen.

Kundenservice BRIEF

Deutsche Post AG • Kundenservice BRIEF • 53247 Bonn

Herrn
[...]

Ihr Zeichen
Unser Zeichen   2009/01-0356***-KTCR
Telefon   0180 2 3333 (6 Cent je Anruf aus den deutschen Festnetzen; ggf. abweichende Mobilfunktarife)
E-Mail   Kontakt unter www.deutschepost.de
Datum   30.01.2009
Betrifft   Ihr Anliegen vom 29.01.2009

Sehr geehrter Herr [...],

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wir verstehen Ihre Verärgerung über die Beschädigung der für Sie bestimmten Briefsendung, sowie das Ablegen von Sendungen außerhalb Ihres Briefkastens, sehr gut. Für die Ihnen hierdurch entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir Sie um Entschuldigung.

Ihre Beanstandungen haben wir umgehend an den für Sie zuständigen Auslieferungsbereich in Berlin weitergeleitet und veranlasst, dass die betreffenden Mitarbeiter auf eine korrekte Arbeitsweise hingeweisen werden.

Mit den beigefügten Briefmarken bitten wir Sie für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung, hoffen dass Sie sich hierüber freuen und dass wir Sie künftig wieder von der Qualität unserer Leistungen überzeugen können.

Mit freundlichen Grüßen

i.A.
[Unterschrift]

Marc Müller

Nun haben’se den Bogen erneut überspannt.

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Ihr Schreiben vom 30.01.2009 / verlorene Büchersendungen
Datum: Wed, 16 Dec 2009 01:00:09 +0100
Von: [...]
An: Marc Müller <kundenservice@deutschepost.de>

Sehr geehrter Herr Müller,

es ist schon wieder einige Tage her, als Sie mir versprachen, “dass die betreffenden Mitarbeiter auf eine korrekte Arbeitsweise hingewiesen werden.” Dies mag geschehen sein, eventuell hat es die Angelegenheit lediglich verschlimmbessert. Konkret möchte ich Ihnen aber von heute bzw. gestern erzählen.

Es ist Dienstag. Dienstag, der 15. Dezember 2009. Ich erwarte, wie ich es gelegentlich tue, ein paar bestellte Bücher. Das erste Packerl drückte mir morgens der nach meiner sehr guten Erfahrung äußerst zuverlässige wie auch stets zuvorkommende DHL-Bote mit noch einem anderen Paket für einen Nachbarn in die Hand.

Das sollte es nicht gewesen sein. Doch, scheinbar war’s das, denn es klingelte am Dienstag entgegen meinen Erwartungen keine Postbotin (ich war durchgehend zugegen), um mir anschließend unsere Büchersendungen, welche nicht in den Briefkasten passten, persönlich zu überreichen. Obwohl, eine Büchersendung fand ich mit der übrigen Briefpost im Briefkasten.

Vielleicht morgen, dachte ich, bis ich abends die Hauswartin traf, welche mich darüber informierte, wie sie es überhaupt nicht gut heißen täte, wenn Ihre Kollegen andauernd an mich adressierte Büchersendungen auf die Briefkästen in der für jedermann zugänglichen Hofdurchfahrt stapeln.

Das sei schon viel besser geworden und mit der an sich zuständigen Postbotin klappt das eigentlich super, entgegnete ich. Die klingelt stets, sofern sie etwas für mich dabei hat, bevor sie das Haus betritt. Falls ich nicht anzutreffen bin, nimmt sie die Sendungen wieder mit und wirft mir entsprechend einen Benachrichtigungsschein ein. Alles fein – nur offensichtlich heute nicht. Denn wo sind die Büchersendungen abgeblieben, welche nach Aussagen der Nachbarn nachmittags im Hausfoyer herumlagen?

Ich möchte niemanden verdächtigen und sicherlich, dies passiert tagtäglich. Was ich jedoch überhaupt nicht verstehe, derlei inakzeptable Geschehnisse erhalten Ihren Segen.

Ähnlich die Geschichte bei einer Bekannten (M***** H*****, Fidicinstr. **, 10961 Berlin), welche eines Tages die Pappverpackung ihrer verlorenen Warensendung im Papiermüll fand. Mehr als eine lapidare Standardentschuldigung hat sie von Ihnen damals nicht erhalten. Ganz schön erbärmlich.

Nun mögen Sie das vielleicht in Ihrer schwerlich abzulegenden Behördenmentalität anders sehen, meiner einer verbucht solche Dinge unter der Kategorie Sauerei.

Zurück zu heute. Nach Hörensagen handelte es sich bei der Täterin um eine mir bislang unbekannte Aushilfspostbotin. Jedenfalls ist das hier nicht ihr Stammrevier. Sie wird als recht korpulent beschrieben und irgendjemand meinte auch, dass sie eine Brille trage.

Sodele. Wir werden uns diesbezüglich wohl leider kaum einig werden, weil einerseits ich es weiterhin für absolut verantwortungslos halte, Post, welche der Absender mit dem Gedanken an die Deutsche Post AG aushändigte, dass Ihr Unternehmen gewissenhaft dafür Sorge trägt, dass eben was auch immer, flink und wohlbehalten den Empfänger erreicht, andererseits das Abwerfen bzw. Verschludern von Postsendungen bei der Deutsche Post AG zweifellos Usus zu sein scheint.

Klar werden Sie sagen, hey, eine Waren- oder Büchersendung ist nicht versichert, das müsste dem Kunden vorher bekannt gewesen sein und wenn wir als Deutsche Post AG nachweislich bildungsresistente Hohlbratzen in unserem Stab beschäftigten, ist das eh unser Bier, wo wir uns selbstverfreilich von niemandem reinreden lassen. Klappe, Kunde.

Aha. Dann formuliere ich’s ‘mal anders. Egal, was Sie meinen Ausführungen entgegensetzen, ich habe Recht, basta. Das ist schlicht nicht in Ordnung. Wenn ich, egal wo, was auch immer bestelle, dann möchte ich dies geliefert bekommen. Wenn dem nicht so wäre, hätte ich’s nämlich nicht bestellt. Sofern ich also meine Postsendungen sonstwo loswerden möchte, dann ist dies meine, und einzig meine, Entscheidung. Sprich, ich werde es keinesfalls tolerieren, weder heute noch morgen, dass unsere Postsendungen aufgrund von Dummheit und/oder Bequemlichkeit verschütt gehen.

Deshalb rate ich Ihnen dringendst, die für meinen Ärger verantwortliche Dame umgehend aus dem Verkehr zu ziehen – bevor ich sie nachher erwische.

Nebenbei, aus Neugierde, das würd’ mich schon interessieren, vielleicht wissen Sie eine Antwort: Warum brauchen Bücher- oder Warensendungen unterschiedlich lang, trotz desselben Weges, der gleichen Absender und warum werden’se, unabhängig von der Größe, manchmal vom DHL-Boten gebracht (was ich übrigens total fein finde)?

Ich erwarte Ihr Feedback und macht nix, wenn’s schnell geht.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Update 16.12.2009 13:19

Keine Reaktion. – Und mein Webhoster nervt, andauernd Aussetzer.

Update 16.12.2009 17:13

Kein Reaktion. – Es standen heute sogar wieder zwei Päckchen auf den Briefkästen. Leider habe ich die dämliche Postbotin nicht erwischt, weil ich viel zu spät aufgestanden war.

Update 16.12.2009 18:25  

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Deutsche Post verschludert Büchersendungen – und nu’?
Datum: Wed, 16 Dec 2009 18:22:08 +0100
Von: [...]
An: buch.de internetstores AG <info@buch.de>

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Buch.de-Team,

wir haben ein Problem: Die Postbotin. Konkret:

Tagtäglich verschwinden Bücher-/Warensendungen, überall in der Republik.

Auch bei uns.

Dies liegt jedoch nicht daran, dass die Ware etwa von Mitarbeitern der Deutsche Post AG eingeheimst werden, nein, sondern daran, dass die der Deutsche Post AG anvertrauten Postsendungen an frei sowie öffentlich zugänglichen Orten abgeworfen werden und wie das so ist: Gelegenheit macht bekanntermaßen Diebe.

Aktuell sind uns ganze sechs Büchersendungen von Buch.de abhanden gekommen, welche nach Aussagen der Nachbarn vorher von der Postbotin – wie so oft – auf die Briefkästen im Eingangsbereich des Hauses deponiert worden waren, weil erstens die Päckchen einfach nicht mehr in unseren an sich großzügigen genormten Briefkasten passten, zweitens die Dame es nicht für nötig hielt bei uns zu klingeln und drittens genauso wenig die Möglichkeit in Betracht zog, die an uns adressierten Büchersendungen von Buch.de bei einem Nachbarn abzugeben oder alternativ einen Benachrichtigungsschein zu hinterlassen, so dass der Empfänger der Büchersendungen eben diese am Folgetag bei der nächsten Postfiliale abholen kann.

Mehrere Beschwerden an die Deutsche Post AG, via Fax, E-Mail und telefonisch, blieben leider ergebnislos. Deshalb schreibe ich heute Ihnen, weil ich denke, dass es Ihnen – im Gegensatz zur Deutsche Post AG – eben nicht egal sein dürfte, ob die von Ihrem Kunden bestellte Ware auch tatsächlich den Kunden erreicht.

Die Deutsche Post AG unterstützt bis zum heutigen Tage zweifelsohne und nachweislich den Verlust u.a. von Buch.de verschickten Postsendungen. – Vielleicht haben Sie als Geschäftskunde eher eine Gelegenheit nach oben zu treten, wogegen der Privatkunde schlicht ignoriert wird. Und wenn Sie zutreten, dann bitteschön mit ordentlich Schmackes und besten Grüßen von uns.

Nebenbei: Wer ersetzt eigentlich die verlorengegangenen Postsendungen?

Ich bitte um Feedback. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
[...]

Update 17.12.2009 13:44

Na geht doch! – Soeben (13:22) erhielt ich Feedback aus Bonn (+492281820). Super freundlich war’er, der Anton Bay**. Er entschuldigte sich natürlich vielmals und informierte mich darüber, dass’e die verantwortliche Dame am Schlafittchen gepackt hätten und die geschilderte Problematik sofort aus der Welt geschafft worden war. Darüber hinaus, auf den Gedanken kam ich noch gar nicht, könnte mit dem Ablegen der Postsendungen im Durchgang das Briefgeheimnis verletzt worden sein. Außerdem bat er mir sofort Entschädigung für die verlorenen Postsendungen an, wozu ich anmerkte, dass ich momentan noch nicht weiß, was mir fehlt.

Darum geht’s mir gerade auch nicht, sondern primär um das Abstellen des Missstandes. Also, von daher, alles fein, scheint zumindest so. Trotzdem antwortete ich heute Früh nicht, als vermutlich die Postbotin kurz nach 10 klingelte. Ich war ‘mal wieder erst gegen 5 in die Heia gegangen. Das ist kein guter Rhythmus.

 

Una Nota bene

  1. Bei uns ist auch schon mal was verschwunden. Einfach so. Amazon wollte uns damals sogar ‘ne Inkassofirma auf den Hals jagen. Seitdem das kein Staatsunternehmen ist, ists einfach nur noch ein Schlamperladen geworden. Traurig, nicht?

    2009-12-16 19:14 · Ronny Roger dazu:

    Na ich find’s eher erschreckend, dass dort, wie überall anders auch, nicht ‘mal endlich jemand mit der Faust auf den Tisch haut und man die stattdessen einfach so weiter vor sich hinwurschteln lässt. Ich meine, das Problem mit sonstwo abgelegten Warensendungen ist kein neues. Interessieren tut es dem Bonner Führerhauptquartier der Deutschen Post dennoch nicht.

    2009-12-16 18:34 · Kommentar by Kiri

Deine drei Pfennig?

Netiquette interessiert hier nicht. Erstkommentare landen dennoch erst 'mal in 'ner Warteschleife.

© Ronny Roger  Dich krieg'n'wa auch noch!