17h07 war’s, als ich den Anruf erhielt. Von B. E., einem Produktionsleiter, welchen ich bereits von einem Projekt kenne, bei dem ich Anfang 2007 unterwegs war. Er erhielt meine Vita auf Nachfrage nach einem ****** Assistenten von der ZAV.
Nun ja, ich würde bei ihm offene Türen einrennen, merkte er mehrmalig an, als wir auf die Höhe der Gage zu sprechen kommen, jedoch wäre er gegenüber dem Herstellungsleiter ebenfalls weisungsgebunden. Auf Pokern hatte ich keinen Bock, ich hasse das. Deshalb ließ ich ihn direkt meine unterste Schmerzgrenze wissen. Dies ist taktisch unklug, weil er die dann natürlich als Ausgangspunkt nimmt, um mich weiter zu drücken. Und wie ich dieses dumme Gelabere hasse, das sei nicht im Budget, Blablabla, eben die alte Leier. Die Sache ist nur, ich weiß wie das mit der Kostenkalkulation und dem Budget funktioniert und mir ist bekannt, was was kostet. Von daher könnten sich die Produktionsleiter/innen Zeit und Mühe sparen, indem sie mich nicht mit so einem Stuss nerven.
Wie ich später erfuhr, wird der Film obendrein von einer Firma produziert, mit welcher ich nicht gerade die besten Erfahrungen habe. Von deren Filmgeschäftsführer musste ich mich vor drei Jahren sogar als überbezahlten Setrunner beschimpfen lassen, nachdem ich vehement mein Geld einforderte. Denn ich hatte 1.000e Euro an Verrechnungsgeld ausgelegt und die dämliche Produktionsleiterin war plötzlich in Afrika – ohne vorher all meine Abrechnungen, welche tagelang in ihrem Fach lagen, abzuzeichnen. Ferner durfte ich monatelang meiner Gage hinterherlaufen.
Unabhängig davon ist das eine unmögliche Produktionsfirma, mit einem absolut arroganten Management, welches seinesgleichen sucht. Nein, die mag ich garnicht, aber überhaupt nicht. Eigentlich wollte ich für diese Bande nie wieder arbeiten. Aber wie das so ist. Schau’ma’ ‘mal, ob sich das überhaupt ergibt.
Ein TV-Film soll’s werden, inklusive beknacktem Titel. Gedreht wird einen Monat lang.
Update 03.09.2009 18:24
Der Anruf erwischte mich hinten im Garten, 17h54. Er ließ mich wissen, dass er sich für eine “günstigere Variante” entschieden hätte. Seine Hausnummer waren 500,- Euro gewesen. Ohne mich. Für jemanden mit meiner Erfahrung ist das echt ein Hohn. Außerdem wäre das, auf die Stunden umgerechnet, sogar unter dem geforderten Mindestlohn. Ich meine, früher wäre ich dankbar dafür gewesen, nur irgendwann ist’s gut damit, sich ausbeuten zu lassen. Frechheit sowas. Naja, schade ‘drum. Eigentlich war’s ein netter Produktionsleiter, bis heute.

