Wo bleibt die Zeit? Sie verschwindet auf Nimmerwiedersehen.
Gruselig, da ist man kurz nach 6 unterwegs und überall schwanken und wanken noch die Nachtschwärmer herum, voll bis Unterkante. Beim Bäcker war ich, erst hier bei mir um die Ecke, aber die Laugenbrötchen waren nicht fertig. Dann radelte ich zu Lutum in die Zossener Straße.
Über diese Bäckerei war ich sonst stets voll des Lobes, bis heute. 6 Uhr 24 war es, als ich mein Rad vor Beumer & Lutum abstellte. – Stehen die schon so früh auf? A bisserl skeptisch war ich vorher gewesen, ob ich mir den Weg nicht umsonst mache. Aber nein, alle Bedenken war’n sofort verflogen, beruhigt und erfreut obendrein durfte ich sein, die Ladentür stand sperrangelweit offen. Gebäck, Brötchen und Brot fanden sich bereits reichlich in den Auslagen und Regalen, hinten stand ein Bäckerei-Wagen mit Blechen, welcher noch darauf wartete verarztet zu werden. Super, lecker Brötchen zum Frühstück.
Von wegen! Kaum dass mich die Öko-Backshop-Fachverkäuferin, welche irgendwie hinter der Theke herumwurschtelte, sichtete, rief sie: “Wir machen erst um 7 auf!”.
Öh, häh? Ich war verwirrt. Der Laden war doch längst offen. Sie wiederholte ihr Geplärre mehrmalig, als wäre ich schwerhörig, woraufhin ich entgegne, dass es lediglich ein paar Brötchen sein sollen. Nun mischte sich die Kollegin ein und brabbelte irgendwas wie, dass sie auch ihre Zeit bräuchten. Aha. Im Klartext, keine Chance. ‘Ihr dämlichen Bio-Schlampen!’, dachte ich meinen Teil und zog von dannen.
Verehrte Christa Lutum, lieber Antonius Beumer, das ist wahrlich absolute Sch#eiße! Es mag vielleicht so sein, dass es Eure Zielgruppe, Euer Hauptklientel, nicht vor 7 Uhr morgens aus den Federn schafft, weil die keine Ahnung wo arbeiten, wo es jedenfalls nicht vor 9e losgeht, immer schön im Biorhythmus, aber wo zum Henker liegt das verdammte Problem ein paar Semmeln rauszugeben, wenn einerseits danach gefragt wird und die andere Seite genug davon hat?
Ich meine, klar bleibt es Euch selbst überlassen, wann Ihr was wem verkauft, nur ist es schon eine ganz schön komische Nummer, sich “Bäckerei” auf die Fahne zu schreiben, jedoch zu weigern Backwaren zu verkaufen. Also bitte, verp#sst Euch aus meinem Kiez, denn auf solch bornierte Dipflescheißer vermag ich hier getrost zu verzichten.
‘Früher war alles besser!’ ist eine einfältige Aussage, aber es gibt Dinge, welche, tja, man schon manchmal vermisst, etwa so ein dörfliches bzw. nachbarschaftliches Miteinander. Als ich früher immer Milch und Eier holte, da ist man einfach rein, schöpfte sich die Milchkanne voll, packte ein, was man sonst so brauchte und die Markstückchen warf man einfach in das Glas auf dem Regal in der Abstellkammer. So war das.
Und herrlich, die Bäcker konnten noch backen, damals. Gut, das war im Ländle – die Berliner können eh nix außer Currywurst – das war so lecker. Sowas gibbed heute nicht mehr. Außerdem waren die Verkäuferinnen freundlich und überhaupt, es gab niemals diese schreckliche und heutzutage allerorts verbreitete Behördenmentalität.
Wenn beispielsweise der Metzger zu hatte, klingelte man hinten und niemals wäre der auf die Idee gekommen, einem ‘n Wunsch abzuschlagen.
Um auf den Punkt zu kommen, Beumer & Lutum, mein A#sch.


Wenn DU Brötchen bekommen hättest, dann müßten natürlich auch die fünfzig anderen Kunden, die plötzlich, wie aus dem Erdboden gestampft hinter Dir gestanden hätten, bedient werden müssen. Und das, mein Freund, geht ja nun ü-b-e-r-h-a-u-p-t gar nicht.
Schließlich sind wir hier in Deutschland! Schon vergessen? ;-)
2009-08-06 15:56 · Kommentar by Ekke
So ein Schwanker könnte ich gewesen sein ;)
2009-08-08 16:54 · Kommentar by Schaps