Vor etwa einem halben Jahr schauten wir aus unserem Fenster auf das gegenüberliegende Haus mit der hässlich-verdreckten dunkelgelb-braunen Fassade. Auf derselben Höhe glotzt oft eine Miezekatze aus’m Fenster. Irgendeine Frau wohnt dort, welche immer ganz schnell ihr Bambus-Rollo runterlässt, sobald sie bemerkt, dass halt ‘mal auch jemand anderes aus dem Fenster schaut.
In der Wohnung darunter hektisches Trauben, ein junger Mann und vielleicht seine deutsche Freundin. Letztes Wochenende, derselbe Ort: Der dämliche Hausmeister von drüben putzt die Fenster, die Wohnung mit dem schwarzweiss kariertem Linoleum steht seit einigen Wochen nämlich leer, die große türkische Flagge ist verschwunden, wir aben den Auszug nicht bemerkt.
Gleisdreieck. Mit der Decke aus dem Auto unter’m Arm spazieren wir rüber, betreten den zukünftigen Park durch das Loch in dem grünen Garten-Zaun, mühen uns die Böschung hoch, weil immer noch keine Stufen eingearbeitet wurden. Ein buntes Zelt rechter Hand, schaut aus wie’n kleines Zirkus-Zelt, vielleicht ein Kindergeburtstag, Ökos, Eltern mit ihren Gören. Auf der Baustelle.
Vorbei an den eingezäunten Bauwagen huschen wir erneut durch einen massiveren aufgedrückten Zaun, und rüber über die Yorckbrücken. Wir kennen uns hier aus. Ein Fleckchen in der Sonne ist schnell gefunden, daneben eine Grillstelle.
Schön war’s, nackig gemacht, gesonnt. Auf die Ameisen und Fliegen jedoch könnte ich gut verzichten, aber die Population der Viechereien hält sich noch im Rahmen des Erträglichen. Was jedoch ist wie es ist, man ist nicht mehr alleine. Denn auch andere Leute haben die Brachflächen des ehemaligen Bahngeländes für sich entdeckt. Hundebesitzer mit ihren Aa-Maschinen, Jugendliche, Alte, Neugierige, und als ich gerade oben auf lag, läuft ein Grufti-Pärchen direkt an uns vorbei, mit Privatsphäre ist es dort eben nicht mehr so weit her. Die suhcten eben auch ein Plätzchen für ihr Deckchen. Über’s A.T.U-Geländer, da ist der Zaun och offen, simma zurück.

