Ich habe endlich mein Päckchen los. Gegen 15h53 legte ich es dem UPS-Fahrzeug mit dem polizeilichen Kennzeichen B-G 7442 auf den Beifahrer-Klappsitz. Es stand da gerade so in der Großbeerenstraße herum und ein Seitenfenster war angeklappt.
Wie wäre es mit einem Online-Arzt? Meinetwegen kann sich dahinter auch ein programmierter Computer mit ‘ner Datenbank verbergen, egal. Denn die meisten Praxis-Ärzte sind schlicht überflüssig. Weil es sich doch bei der Mehrzahl, so oder so ähnlich verhält: Am Mehringdamm 50 schlenderte ich vorbei, ich muss niesen, die Pollen. Mittagspause. Mittagspause von 12 bis 16 Uhr. Überhaupt, die Arbeitszeiten mancher Arztpraxen, unfassbar. Ja ne is’ klar, die Arbeitszeiten beschränken sich nicht auf die Praxis-Öffnungszeiten, das kann ich mir schon denken. Trotzdem. So wurde folglich das Treppenhaus zum Wartezimmer, aber ich hatte es noch gut getroffen. Insgesamt wartete ich nämlich nur eine halbe Stunde, weil die Praxis bereits 20 vor 4 öffnete, ich zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Minuten wartete und etwa zehn vor 4 mein Rezept von der (jungen männlichen und sehr netten) Sprechstundenhilfe erhielt.
2 x Flutide Nasal Pumpspr 120H 1ST SPR N1, dufte. Den Arzt habe ich nie gesehen. Die wechseln in dieser Gemeinschaftspraxis eh andauernd, die Zuzahlung gemäß § 28 Absatz 4 SGB V aka “Praxisgebühr”, zwei Fünfer, musste ich dennoch hinlegen. Deshalb bin ich für einen Online-Arzt, weil es völlig unnötig ist eine Praxis aufzusuchen, wo man meist noch seine Warte-Zeit mit der Lektüre von Bilder-Magazinen oder Anstarren der weißen Wand verplempert um dann der Arzthelferin oder dem Arzt sagen zu dürfen, was auf dem Rezept stehen soll. Nebenbei ist dem Arzt hier ja nicht einmal etwas vorzuwerfen, weil selbst wenn er mir Hallo gesagt hätte, wäre nur unserer beide Zeit gestohlen worden und die zehn Euro, das ist das System, unsere vermaledeite Politk.
Zu den zehn Euro werde ich noch einmal zehn Euro bei der Apotheke aus’m Portemonnaie ziehen müssen. Nach Adam Riese bleche ich demnach insgesamt 10 von den 23,98 Euro. 23,98 UVP, nicht berücksichtigt sind Rabatte der Apotheken bei den Groß-, Händlern oder Pharmakonzernen. 13,98 bleibt für die Kasse übrig. Würde ich auch diese 13,98 aus eigener Tasche zahlen, müsste ich keine überzogenen Beiträge mehr für die Krankenversicherung – auch unter der Bezeichnung systematisches Diebes-Kollektiv bekannt – abdrücken, der überdimensionierte Apparat des Gesundheitsministeriums könnte erheblich entschlackt werden, die Krankenkassen wären genauso überflüssig wie Ärzte, Apotheken und deren ach so schlauen Verbände.
Milchmädchenrechnung? Na logisch. Weil ich u.a. das Einsparpotential in Sachen entbehrlicher politischer Debatten überhaupt noch nicht erwähnte. Und wenn’s ‘mal zu einem blutigen Unfall kommt oder mich gar ganz böse Viren angreifen? Dann ist das so. Dafür habe ich ja meine private/n Versicherung/en.
Update 09.04.2009 20:33
Location BERLIN, DE Date 04/09/2009 Local Time 4:02 P.M. Description PICKUP SCAN

