Da surfe ich wie – wenn es die Zeit zu lässt – mehrmals tagtäglich über myDealZ.de (nö Fabian, dieses Mal keinen Link), das is’ so’n Schnäppchenblog, das wohl Bekannteste und Ansehnlichste.
… Ref.-ID …
Ja, myDealZ.de ist schon in Ordnung, och wenn es zurecht beispielsweise von den Telefon-Treff.de-Admins als Ref.-ID-Farm geschumpfen wird. Die Webseite mag vielleicht damals als privates Hobby entstanden sein, inzwischen scheint der Macher jedoch jede freie Minute damit und dafür zu verbringen. Deshalb ist die Seite ja so gut und up2date, auch wenn momentan die Schnäppchen-Flaute, bis auf wenige Ausnahmen, anhält.
Also hat sich Fabian gedacht, ja blöd wär’ ich, wenn ich nicht daraus Profit ziehen würde, mir also einfach nur die viele Arbeit und Zeit, sowie die investierten Kosten für den Server und so fort, welche ich da reinstecke, zurückerstatten und entlohnen lasse. Das ist wohl so die 0815-Erkentnis, zu welcher der gemeine Blogger, dessen Weblog ein wenig erfolgreich wird, sprich gelesen und aufgerufen wird, recht früh gelangt.
… guckst Du da …
Nebenbei, die Unister GmbH, welche sich auf Online-Werbung und Vermarktung einschoß, und dabei schon Unsummen für Domains wie geld.de, kredit.de, news.de hinlegte, will zeigen, wie man selbst mit uninteressanten und grausligen Webseiten Geld scheffelt. Mir trotzdem ein Rätsel, wie die sich finanzieren.
Die Sache mit der Reference Identity ist ganz einfach. Viele Unternehmen und Online-Shops bieten direkt, meist indirekt (über Zanox, Webmasterplan etc.), Partnerprogramme aka Affiliate an. Das machen die, weil sie der Ansicht sind, dass dadurch mehr Leute bei Ihnen bestellen, Umsatz generieren, zum Gewinn beitragen, welche es sonst nicht getan hätten.
Partner dieser Marketing-Systeme kann eigentlich fast jeder werden, wobei je nachdem mehr oder minder relevante Voraussetzungen (z.B. Webseite, Gewerbe) erfüllt sein sollten, jedoch genügt in der Regel eine Freemail-Email-Adresse und ‘ne Bankverbindung.
Der Partner, in unserem Beispiel myDealz.de, verlinkt nun von seiner Webseite zu der Webseite des Shops. Und in eben diesem Link ist die sogenannte Ref.-ID mitverbaut. Der normale Internetbenutzer merkt davon garnichts, warum auch, is’ och nix Schlimmes dran. Nerviger wird’s für Benutzer eines Anti-Ad-Browser-Plugins oder Proxies, welche den ungewollten Aufruf solcher Silber-Links unterbinden, da wirs’de nämlich irre, weil’de jedes Mal irgendwo hängenbleibst.
Man klickt halt ‘n Link bei myDealZ.de und landet auf der Seite des Online-Shops oder meist direkt bei dem Artikel. Mit der Ref.-ID sagt der Browser dem Online-Shop, dass’er von myDealZ.de kommt und *schwupps* packt der aufgerufene Online-Shop einen Erinnerungskeks auf den Rechner des Websurfers (sofern dieser Cookies frißt). Wenn ich nun also irgendwas in dem Shop bestelle, kann automatisch nachvollzogen werden, dass der Besteller von der Webseite des Partners kam, steht ja im Cookie. Ob der Partner des Shops nun zu einem kleinen Prozentsatz an dem Umsatz oder Rechnungsbetrag der entsprechenden Bestellung beteiligt wird, oder ‘ne Pauschale erhält, für die Bestellung, den Neukunden, oder oder, spielt jetzt keine Rolle. Fakt ist, es gibt Kohle, was sich schön zusammenläppert. Genug davon, voll abgeschweift.
… Google Pagerank …
Der Aufreger des Tages ist ein Anderer. Über die Blogroll, bescheuerter Ausdruck, landete ich bei Tutsi. Who the f#ck is Tutsi?! Tutsi ist so’n Weblog. Warum Tutsi, kein Plan, denn es gibt kein About auf tutsi.de. Tutsi ist aber ein ziemlich erfolgreiches Weblog. Erfolg wird bei den Bloggern immer duch die Einbindung möglichst vieler Publicons sowie der Angabe einer Anzahl der Feed-Abonnenten demonstriert. Wenn’s keine Nerds wären, dann würden sie wahrscheinlich Goldkettchen tragen. Yoyo, isch bin voll der Macker ey.
Blogger – die Mehrzahl – sind Egoisten, es muss sich alles um sie drehen, bloß keinen Ruhm abgeben, auf keinen Fall. Sonst müssen sie gleich weinen oder aus’m Fenster springen. Vermeintlicher Ruhm lässt sich heute ebenfalls am Google-Pagerank messen, welcher sich u.a. dadurch verbessert, je mehr Webseiten auf die eigene Webseite verlinken. Soweit, so schlecht.
… Dipsi hat Angst …
Der Blogger, wir nennen ihn ‘mal Tittsi, welcher eigentlich Richard heißt, tippt irgendwas. Dieses Getexte tut der Tittsi online stellen, via FTP, oder eben über eine Art CMS-/Redaktionssystem wie WordPress. Um Feedback zu erhalten, das ist so was Ähnliches wie die Reaktion des Publikums für den Theaterschauspieler auf der Bühne, gibbed für die Artikel eine Kommentarfunktion. Dort trägt also der Besucher von tüdeldü.de seinen Nick und ‘n Kommentar ein, wenn er möchte och seine Webseite, was unter dem Artikel erscheint. Aber ohoh, Gefahr!
Wir erinnern uns, Stichwort Pagerank und Links. Ich will doch mehr Pagerank haben, heulen die Blogger und wenn da irgend’n Vogel viel kommentiert, also Links zu seiner Webseite auf anderen Webseiten hinterlässt, dann könnte der ja ‘n höheren Pagerank erhalten, mir also den Rang ablaufen. Das muss ich verhindern, dachte sich Dipsi. Was früher der Gästebuchspam war, ist schon lange Kommentarspam. Deswegen bekommt jeder fremde Verweis (hier natürlich nicht) ein no follow beigefügt, was dem Webcrawler der marktbeherrschenden Suchmaschinen sacht “Wage es ja nicht diesen Link als Link zu werten!”. Ja mei, das alleine zeigt natürlich schon wie aufmerksamkeitsbedürftig der gemeine Blogger ist, der Dibbel setzt dem aber noch eins ‘drauf.
Soll man nun diese Ego-Shooter trotzdem unterstützen, der geballten Ignoranz ungeachtet kommentieren, warum, ja, richtig, ich möchte auch was davon haben, Geben & Nehmen.
… Drohungen mit der IP …
Paradoxerweise fordert uns Ütüt einerseits auf Schreibe Deine Meinung! – ist man jedoch kurz davor, muss man erst Dinge lesen wie “Achtet bei Eurem Kommentar [...] auf die Wortwahl, da beleidigende [...] gelöscht werden!”, “Normale Kommentare [...] werden allerdings moderiert…” und “Natürlich muss ich Euch ebenfalls darauf hinweisen, dass zu jedem Kommentar auch Eure IP gespeichert wird. also [...] nix Illegales hier reinschreiben! Was soll dieses IP-Getue? Reden wir nicht drumherum, das sind simple Einschüchterungsversuche. Dem eh schon von Schäuble 2.0 verunsicherten Websurfer wird hier suggeriert: Lauf bloß mit der Herde, sag brav Dein Textchen auf, aber wehe Du sachst was Böses, was mir nicht gefällt. Jaja. Ich sach da nur: Lächerlich. Erbärmlich.
Über ein Kommentar auf tutsi.de bin ich noch auf ‘ner anderen Webseite gelandet. Oh Mann. Und der Typ setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Millus.org aka Miguel. Ganz klein ist da unten “Artikel kommentieren” zu lesen. Fett, groß und bunt darunter: “(Kommentare werden erst nach Überprüfung freigeschaltet [...] eure IPs beim Kommentieren gespeichert, [...] wenn eine Straftat stattfindet sind wir gezwungen eure IPs den verantwortlichen Behörden weiterzugeben – also, denkt nach bevor ihr hier kommentiert.)”. Ja neh is’ klar, “denkt nach”, wat ‘ne Pissnelke.
… und ich?
Was’n das Problem, möchtest Du nun einwerfen, häh? Garkeins. Probleme redet oder schreibt man nur gerne daher. Ich blogge nun och, seit einem Monat. Ja, wirklich erst seit einem Monat. Gut, zugegeben, ich bin Wiederholungstäter.
Mit der eigenen Homepage inklusive Weblog – natürlich ohne irgendwelche Blog-Software, ging ich um 2002 herum online. Mit kurzen Unterbrechungen gab’s das Blog Online-Gedankenbuch bis 2004 oder 2005. Genau werde ich’s wissen, wenn irgendwann in ferner Zukunft all die alten Texte in die Datenbank kopiert wurden.
Offline ging das alte Weblog aus verschiedenen Gründen: Erstens, mein privates Weblog war damals nicht gerade unbekannt, Google meinte es sehr gut damit und platzierte es überwiegend auf der ersten Seite, selbst bei den einfachsten Suchergebnissen. Davon träumen heute selbst die größten Blogs. Nebenwirkung davon und letztlich für das damalige Ende ausschlaggebend, war, dass, leider unvermeidbar, Freunde aus dem Real Life auf den Webseiten landeten, dem Weblog. Immer wieder, immer öfter, Alte, Neue, Bekannte. Das nervte, weil ich in dem Weblog ein Ventil gefunden hatte, wo ich eben nicht die Hand vor den Mund nehmen muss, sondern unangepasst sein kann, ohne doofe Konsequenzen. Frei und klar formulierte man online manches, was man jemandem persönlich und unverblümt nicht unbedingt so gerne ins Gesicht gesacht hätte.
Zweitens wurde ich damals einmal wegen dem Weblog zur Polizei geladen. Dies geschah aufgrund einer Anzeige wegen Verleumdung. Sprich, so wie’s halt ist, das Wort ist frei, äußerte ich hier meine Meinung und manchen hat das nicht sonderlich geschmeckt. Yut, aus der Nummer kam ich easy wieder raus und heute soll das ‘mal noch einer wagen. Damals fand ich das jedoch null lustig.
Drittens, ach ja, das Übliche, Zeitmangel, andere Dinge verdienten mehr Aufmerksamkeit, Job und so, neue Wohnung, vorübergehend kein eigenes Internet.
… zum Teufel.
Das Weblog war für mich immer so eine eigene Welt, weit ab vom echten Leben, in welchem ich übrigens wohl all die anderen Blogger nicht ‘mal mit dem A#sch anschauen, geschweige denn mit den Pfeifen kommunizieren würde. Yep, eine Art Second Life, ohne Zwänge, in Freiheit. Und deshalb könnte ich sehr ungehalten reagieren, wenn mir nun irgendwelche Dipsis und Lalas, welche zu der Zeit ab 1995, als ich schon jeden Tag im weltweiten Netz unterwegs war, noch die Windeln vollgesch#ssen haben, mir heute vorschreiben wollen, was ich wo wie von mir geben darf. Isch glaub’ es hakt! Geht mit Euren Puppen spielen oder ein paar Pickel ausdrücken. Ich meine, was bilden sich diese Rolltreppenlinkssteher ein?! Da krieg isch Plack, Huraseggl!


Schon lustig wie der geneigte Blogger eine Definition, so wie eine Gemeinschaft aufbauen möchte. Ich blogge wirklich – und da stehe ich eben sehr hinter dir – mit dem Aspekt Dinge auszudrücken und nicht um mich einer elitären Pseudolinie zu unterwerfen, die mir irgendwelche Regeln aufstellt.
2009-03-26 01:44 · Kommentar by pell