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The Banger Sisters

Archivist • Samstag, 18. Januar 2003 000 Uhr • Category: Backup,Filme

The Banger Sisters Eine Bar in Los Angeles, dahinter Suzette (Goldie Hawn), welche sich vor ihrem Chef ein Gläßchen genehmigt. Sie wird gefeuert. – Seit über zwei Jahrzehnten hat sich eigentlich nichts mehr in ihrem Leben getan, ihre Gedanken sind in der Vergangenheit. Zu zweit waren sie und Vinnie (Susan Sarandon) in den späten 60ern rock ‘n’ roll Groupies, nicht irgendwelche, nein, denn sie kannten jeden, nicht flüchtig, nein, denn nicht umsonst wurden sie die "Banger Sisters" gerufen. Im Grunde sehnt sich Suzette in die alten Tage zurück, ständig. "The war is over", Tattoos, Klamotten, Photos sind Zeitzeugen. Nun beschließt sie ihre liebe Freundin in Phoenix zu überraschen, ein paar Dollar will sie sich von der borgen, zumindest ist dies der vorgeschobene Grund für die Fahrt durch die Wüste. Ohne Benzin bleibt sie an einer Tankstelle stehen und mit Kreditkarte ist hier kein Weiterkommen. Keiner hat Mitleid, das Betteln bleibt erfolglos. Ein chronisch gefrusteter, schon immer erfolgloser Schriftsteller, Harry (Geoffrey Rush) kommt aber dann gerne für eine Tankfüllung auf. Auch er ist auf dem Weg nach Phoenix, mit Schreibmaschine und Revolver um ein Leben auszulöschen, und den Reisebus hält er nicht mehr aus. Ein ungleiches Pärchen brettert da nun über den Asphalt dem Wendepunkt ihres Lebens entgegen, in gewisser Hinsicht zwei Looser, zwei verlorene Seelen.

Eine noble Gegend ist das, langsam rollt sie dem netten Anwesen, dem Home von Lavinia, entgegen, doch sie dreht um. Ihr ist das alles zu fremd, dies sind definitiv zwei Welten, welche sich nicht vereinigen lassen. Vorbei am Portier (Kohl Sudduth) geht’s zurück zu Harry, welcher dem nächtlichen Lärm im Hause später gar nichts abgewinnen kann. Doch vorher wird seiner zehnjährigen Enthaltsamkeit Abhilfe geschaffen. – Nicht Weiß- & Rotwein hatte Hannah (Erika Christensen), Vinnies’ Tochter, gemixt, Suzette kümmert sich um diese Angelegenheit und so kommt es doch noch zur Wiedervereinigung. So wirklich Freude kommt nicht auf, im Gegenteil, Lavinia ist geschockt und bietet Suzette direkt fünftausend Dollar an, wenn diese sofort wieder für immer aus ihrem Leben verschwindet. Warum, Lavinia hat die wilde Zeit, von welcher ihre Family keine Kenntnis hat, in eine Schuhschachtel gesperrt, wo sie sie für sehr gut aufgehoben hält. Einen aufstrebenden Sozi-Politiker hat sie zum Mann, den Juristen Jules (Matthew Carrey), inklusive Haus & Hof, dazu zwei sehr verwöhnte ungezogene Töchter, Hannah, welche es auch ‘mal gerne im Pool treibt und demnächst der High School ByeBye sagen wird, und Ginger (Eva Amurri), die gar nichts von roten Ampeln hält. Ein geregeltes Leben eben, ob sie sich treu ist, ob sie ein Kapitel ihrer Existenz einfach dauerhaft wegschließen sollte oder ist nun Chaos angesagt, müssen die Fronten zusammentreffen & -brechen?

Fox Searchlight bringt uns hier einen ab dem 26. März 2001 in L.A. gedrehten low-budget Streifen von dem Regiedebütanten Bob Dolman, welcher sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt. Man könnte dieses Comedy-Drama schon fast als Familienproduktion von Gran Via Productions & Elizabeth Cantillon Productions bezeichnen, weil die beiden Töchter unserer oscarprämierten Hauptdarstellerinnen mit im Boot sind. Schon nach 24 Tagen war die mit einem Produktionsbudget von $10,000,000 angesetzte Geschichte im Kasten, der Marketingetat lag nochmal doppelt so hoch. Natürlich schon als DVD und VHS bei 20th Century Fox Home Entertainment erhältlich.

— Am 21. November 1945 wurde Hawn in Washington D.C. geboren, rechnen wir ‘mal ihr Alter aus. So gesehen hat sie sich doch wirklich toll gehalten, nicht wahr. Im Gegensatz zu Sarandon (*4.10.46 NYC), welche einfach nur alt und uhhh, einfach nicht mehr ansehnlich ist. Und sind wir direkt, das Aussehen hat auch auf die Töchter abgefärbt, ‘meine, wurde ja vererbt. Aber hängen wir uns daran nicht auf. Das Script ist höchst misserabel und hat eigentlich gar nichts in Hollywood zu suchen. Die Story ist doch eben, dass hier zwei beste Freundinnen damals mit jedem bekannten Rockmusiker in Los Angeles geschlafen haben und dieses mit geschmacklosen Polaroids bezeugen. Farbenlos, keinewegs kreativ, keine Rückblende bis auf ein paar auf alt gemachte Straßenaufnahmen und ein einziges "got milk"-Photo, na denn. Goldie Hawn ist nett & charmant, auch ihre Tochter und Geoffrey Rush ist der Coolste, glaubwürdig ist das Ganze null. Und was soll die Message sein, es ist weder gut die Vergangenheit zu leben noch sie zu verdrängen, na super. Eine am Anfang gar nicht schlechte Idee klischeehaft-dillethantisch ausformuliert und umgesetzt. O.K., zugegeben, das Ganze hat auch ein paar wenige lustige Gags, aber rocken tut hier nun ‘mal überhaupt nichts. Die paar Cent für’s Kino kann man sich getrost sparen. Sollte die CD schon im Player liegen, na dann kann man schon auf ‘Play’ drücken. Zum Schluss: Nichts Besonderes, enttäuschend aber genug unterhaltend um Zeit todzuschlagen.

Cinema Sneak Preview: 17.01.’03
Offizieller Kinostart D: 06.02.’03

 

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