Ist das der Gipfel oder wie. Eine Benefizgala im Ersten (sieht man gar nichts), von dem Volk für das Volk. Mitleiderregende Einspieler mit Opfern und “Helden” der Flut, mit die Zuschauer zum Spenden für die Flutopfer animiert werden sollten. Wie definiert man einen Held, Leute, die Sandsäcke schleppen oder ihren Job machen? Bis zu 10 Millionen Euro während der Sendung. Die Härte, ich kannte den vorher noch nicht, Helmut Lotti in seinem Singsang, “wenn er das hört sei er so entsetzt und betroffen”. Blabla, und wieder diese ganze Politikerfraktion, eindeutige Parallelen zum 11. September, diese Betroffenheit, die mitleidigen Reden. Gibt es dafür in Berlin eine Schule, wo man das Grimassenschneiden lernen kann. Auf N24 laufen schon seit Tagen dieselben Beiträge, welche sich stündlich zehnmal wiederholen.
Die Härte war ein Auftritt mit diesem Enya-Song von New-York. Ich konnte es nicht aushalten und habe nur ‘mal dazwischen reingezappt. Damit vergleichen die doch tatsächlich die “Jahrhundertflut” mit dem Terroranschlag letztes Jahr und setzten das gleich. Hammer, Hammer, da fehlen einem die Worte. Es ist ja ehrenhaft, dass Leute und Firmen spenden, Sat.1 haut morgen in dieselbe Kerbe mit Prominenten am Telefon. Unten im Bild laufen die Namen und Beträge der mitteilungsbedürftigen Spendern, hey, schaut her, ich bin ein ganz toller Mensch und ich bin so betroffen und so gut. Vor und nach den Nachrichtensendungen mit emotionaler Musik unterlegte Einspieler, ja, drückt die Tränendrüse. Mir egal! Warum muss man überhaupt spenden, im Hinblick auf die wahnsinnigen Summen, die dem Bürger tagtäglich staatlich abgeknöpft werden. Was machen die Deutschen eigentlich, wenn eine echte Katastrophe passiert oder gar Krieg ausbricht. Wieder wie in Erfurt betroffen dumm aus der Wäsche schauen, blöd herumlabern. Und jeder, aber auch jeder muss sich äußern. Warum man nicht die Klappe hält und einfach reagiert ohne Profilierungszwang. Mir reicht’s, ich kann’s nicht mehr sehen. Es ist das Letzte, das Volk, das Volk, die Masse. Dieser Medienhype, unglaublich, jeder hat um so mehr exklusive Bilder, berichtet noch ein Stück reißerischer. Aber, wie gesagt, alter Kakao neu aufgewärmt, das hatten wir schon Alles vor knapp einem Jahr. Ich bin gespannt, ob und wann die ersten Magazine darüber berichten, wie Gelder veruntreut werden und so.
Ja sicher ist das schrecklich für die Opfer des Hochwassers. Und klar muss man denen helfen. Nur die Art, das wie, das ist wohl menschlich, Schwätzer. Nur weiter so, das Volk liebt das, es wird unterhalten und vom Alltag abgelenkt. Wir sollten regelmäßig solche Ereignisse haben, dann werden die Redaktionen entlastet, die Politiker haben ihre Ruhe und dann, irgendwann stumpft man ab, Katastrophen, wie der Talk-, Reality-, Quiz- und bald der Courtboom, alles hat seine Zeit und jede Zeit geht vorüber.

